Simon von filmkey
June 13, 2023

Interview filmen: 7 Profi-Tipps für starke Interviews

Ein gutes Interview ist das Herzstück von Imagefilm, Doku und Werbevideo. So filmst du Interviews richtig: Technik-Setup, Fragetechnik und 7 Profi-Tipps aus der Praxis von filmkey.

Titelbild zum Ratgeber: Interviews für Image- und Werbevideos führen

Ein gutes Interview ist das Herzstück jeder erfolgreichen Dokumentation, jedes Imagefilms und jedes Werbevideos. Wenn du ein Interview filmen willst, entscheiden zwei Dinge über das Ergebnis: das technische Setup und die Fragetechnik. Beides bekommst du in diesem Ratgeber, mit 7 Tipps aus der Praxis von filmkey, Videoproduktion aus Ulm.

Wie filmst du ein Interview? Das Setup in Kurzform

Für ein sauber gefilmtes Interview stellst du die Kamera auf Augenhöhe, lässt deinen Interviewpartner knapp neben die Kamera schauen und wählst einen ruhigen Hintergrund mit etwas Tiefe. Weiches Licht von vorne-seitlich schmeichelt dem Gesicht, ein Ansteckmikrofon nah am Sprecher liefert klaren Ton. Mit einer zweiten Kamera aus einem anderen Winkel kannst du im Schnitt Versprecher unsichtbar entfernen.

Der Ton ist dabei wichtiger als das Bild: Ein leicht verrauschtes Bild verzeihen Zuschauer, schlechten Ton nicht. Investiere also zuerst in ein gutes Mikrofon und einen leisen Raum, dann in die Optik. Und dann geht es an den Teil, den die meisten unterschätzen: die Fragen.

1. Balance zwischen Informationen und Emotionen

Information und Emotion sind die zwei Schlüsselelemente jedes Interviews. Stell dir vor, du produzierst einen Film über eine abenteuerliche Klettertour: Deine Zuschauer wollen die spektakulären Details der Tour verstehen (Information) und gleichzeitig die Aufregung und Angst der Kletterer nachempfinden (Emotion). Die Mischung aus beidem ist das Geheimrezept für ein fesselndes Interview.

Informative Fragen:

  1. Wie hast du dich auf diese Klettertour vorbereitet?
  2. Was waren die technischen Herausforderungen dieser Route?
  3. Kannst du uns durch die einzelnen Phasen deiner Tour führen?

Emotionale Fragen:

  1. Wie hast du dich gefühlt, als du den Gipfel erreicht hast?
  2. Gab es einen Moment, in dem du dachtest, du könntest es nicht schaffen?
  3. Wie hat dich diese Erfahrung verändert?

2. Richtig Fragen stellen

Eine gute Fragestrategie ist entscheidend. Frag zuerst nach Informationen und wechsle dann zu Emotionen. Wenn du den Kletterer fragst, warum er klettert, bevor klar ist, was Klettern für ihn bedeutet, verwirrst du dein Publikum. Und ein Übermaß an emotionalen Fragen laugt deinen Interviewpartner aus. Die Balance macht den Unterschied.

3. Das Vorab-Interview

Ein kurzes Vorgespräch hilft dir, die Geschichte deines Interviewpartners zu verstehen und Vertrauen aufzubauen. Aber Achtung: Zieh es nicht zu lang, sonst verbrennt dein Partner seine besten Antworten vor laufender Kamera schon im Vorgespräch. Heb dir die wichtigen Fragen für die eigentliche Aufnahme auf. Wie wir Interviews strategisch vorbereiten, zeigt auch unser Artikel über Videokonzepte mit 16 Fragen.

4. Kontext und Emotionen wechseln

Erzählt dein Interviewpartner von einem besonderen Moment, lass ihn die Szene erst mit Kontextinformationen beschreiben: Wo war das, was ist passiert, wer war dabei? Danach gehst du in die Emotion und fragst, wie es sich angefühlt hat. So bekommt jede emotionale Aussage ein Fundament, auf dem sie wirken kann.

5. Zusammenfassungen einfordern

Wenn dein Interviewpartner in Details schwelgt, bitte ihn nach der Antwort um eine Zusammenfassung in zwei bis drei Sätzen. Diese komprimierten Antworten sind Gold für den Schnitt: kurz, prägnant und auf den Punkt. Oft sind genau diese Sätze die stärksten Soundbites im fertigen Film.

6. Emotionale Reaktionen lesen

Achte darauf, wie dein Interviewpartner auf emotionale Fragen reagiert. Tiefgründige Emotionen einzufangen ist stark, aber wenn du nur emotionale Antworten sammelst, verliert das Interview seinen Kontext und damit seine Aussagekraft. Spüre hin, wann dein Gegenüber eine Pause braucht, und wechsle dann bewusst zurück auf die Sachebene.

7. Fragen der Offenbarung stellen

Diese Fragen bieten die tiefsten Einblicke: Was hast du über dich selbst gelernt? Wie hat diese Erfahrung deine Sicht auf die Dinge verändert? Welche Erkenntnis würdest du weitergeben? Solche Antworten machen aus einem guten Interview ein unvergessliches, weil sie zeigen, wer der Mensch vor der Kamera wirklich ist.

Sprecher oder Interview: Was passt zu deinem Video?

Nicht jedes Video braucht ein Interview. Manchmal transportiert ein professioneller Sprecher die Botschaft klarer, manchmal schlägt die Authentizität echter Stimmen jede noch so perfekte Voice-over-Aufnahme. Den direkten Vergleich mit allen Vor- und Nachteilen findest du in unserem Artikel Voice-over oder Interview.

Fazit: Gute Interviews sind planbar

Ein starkes Interview ist kein Glücksfall, sondern das Ergebnis aus sauberem Setup, kluger Fragetechnik und echtem Interesse am Gegenüber. Genau so entstehen die Momente, die einen Imagefilm oder Recruitingfilm von austauschbarer Werbung unterscheiden.

Du willst Interviews, die deine Kunden und Bewerber wirklich überzeugen, ohne dich selbst um Technik und Fragetechnik zu kümmern? Dann sichere dir ein kostenloses Strategiegespräch. Wir übernehmen den kompletten Dreh, du musst nur erzählen.

Häufige Fragen zum Interview filmen

Wie filme ich ein Interview richtig?

Kamera auf Augenhöhe, Blick des Interviewpartners knapp neben die Kamera, ruhiger Hintergrund mit Tiefe, weiches Licht von vorne-seitlich und ein Ansteckmikrofon nah am Sprecher. Wer zwei Kameras nutzt, kann im Schnitt Versprecher unsichtbar herausschneiden.

Welche Fragen stelle ich in einem Interview für einen Imagefilm?

Eine Mischung aus informativen Fragen (Was macht ihr? Wie läuft das ab?) und emotionalen Fragen (Was bedeutet dir das? Worauf bist du stolz?). Erst Information, dann Emotion, so versteht der Zuschauer den Kontext, bevor er mitfühlt.

Wie bekomme ich kurze, schnittfertige Antworten?

Bitte deinen Interviewpartner nach ausführlichen Antworten um eine Zusammenfassung in zwei bis drei Sätzen. Diese komprimierten Aussagen sind oft die stärksten Soundbites für den fertigen Film.

Sollte ich vor dem Dreh ein Vorgespräch führen?

Ja, aber kurz. Ein Vorgespräch hilft dir, die Geschichte deines Interviewpartners zu verstehen und Vertrauen aufzubauen. Die wirklich wichtigen Fragen hebst du dir für die Kamera auf, damit die Antworten frisch und echt bleiben.

Geschrieben von
Simon Wegener

Gründer von filmkey, Videoproduktion aus Ulm. Simon produziert Imagefilme, Werbespots und Recruitingfilme für Unternehmen wie Continental, das DRK und die Stadt Ulm. Über 40 Kunden bewerten die Zusammenarbeit mit 5,0 Sternen auf Google. Du hast ein Projekt im Kopf? Sichere dir ein kostenloses Strategiegespräch.

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